Themenauswahl der Arbeitsgruppe Prof. Franke für Bachelor-Arbeiten
W-RAND DES VOGELSBERGES bei Gießen
Am W-Rand des Vogelsberges liegen Basaltlaven auf tertiären Tonen. Der Basaltrand ist auf dem instabilen Untergrund in mehreren Stufen abgebrochen und talwärts geglitten. Diese Rutschkörper sollen geologisch und (wenn Voruntersuchungen erfolgreich sind) auch geophysikalisch kartiert werden. Um die Richtigkeit der Kartierung zu überprüfen, soll danach die ursprüngliche Lage der Basaltschollen in einem einfachen Computermodell rekonstruiert werden. Für die geophysikalische Untersuchung stehen Georadar und Leitfähigkeits-Untersuchungen zur Verfügung. Die Arbeiten können auch auf mehrere Bachelor-arbeiten verteilt werden.
Betreuung: A. Junge (Geophysik), W. Franke (Geologie)
RHEINISCHES SCHIEFERGEBIRGE
Tektonik und Anchimetamorphose der Waldecker Hauptmulde Das Gebiet ist vielen Studierenden vom Kartierpraktikum für Fortgeschrittene bekannt. Der Ausstrich der unterkarbonischen Muldenfüllungwird nach SW immer schmäler. Das ist jedoch nicht mit dem Abtauchen der Strukturen nach NE zu erklären, weil unsere Detailkartierung kein umlaufendes Streichen zeigt. Vermutlich nimmt die tektonische Einengung der Mulde nach SW zu. Dies soll durch tektonische Messungen entlang von 3-4 Querprofilen überprüft werden. Eine stärkere Einengung ist möglicherweise durch höhere Temperaturen während der Deformation ermöglicht worden. Dies soll durch eine Untersuchung der Anchimetamorphose (Illit-Kristallinität) entlang von Profilen im Schichtenstreichen getestet werden (u.U. zwei Bachelor-Arbeiten). Insgesamt bietet dieses Thema also 2-3 Arbeiten.
Betreuung: W. Franke, S. Potel
MONTAGNE NOIRE (Südfrankreich)
Das Gebiet ist vielen Studierenden vom Geländepraktikum + Exkursion für Anfänger bekannt. Die Montagne Noire ist eine Domstruktur mit einem "heißen" Kern aus Gneisen, Migmatiten und Graniten, die während ihres Aufstiegs die Umgebung aufgeheizt und dadurch eine duktile Deformation ermöglicht hat. Bei der Anlage des Domes haben Dehnung (in WSW-ENE) und Kompression (in NNW-SSE) zusammengewirkt. Im Zuge der Dehnung ist am E-Rand des Gneisdomes im höchsten Oberkarbon (Stefan) ein Kohlebecken entstanden. Auch das Rotliegende und die Trias der Umgebung bieten interessante Themen. Wenn sich mehrere Bachelor-Studierende zusammenfinden und ihre Arbeiten zeitlich koordinieren, lassen sich Fahrt- und Aufenthaltskosten stark reduzieren. Auch die Betreuung wird einfacher.
Transgression der Trias in einem Profil NW Bédarieux In einem Strassenprofil ist das Auflager der Trias auf Kambrium vollständig aufgeschlossen. Bodenhorizonte und alluviale Fächersedimente leiten über zu fluviatilen Sandsteinen. Das Profil soll sedimentologisch Bank für Bank aufgenommen und durch Gesteins-Anschliffe dokumentiert werden.
Betreuung: W. Franke
Kluftanalyse in Rotliegend-Sedimenten In terrestrischen Sedimenten des Rotliegenden treten verschieden Kluftsysteme auf, die praktischerweise grün gefärbt sind (Reduktion des Fe-III durch zirkulierende Wässer). Die Klüfte müssen statistisch erfasst und zu den übrigen geologischen Befunden in Beziehung gesetzt werden (Schichtlagerung, größere Störungen etc.). Auf dieser Basis soll diskutiert werden, wann die Klüfte entstanden sind (während der Anlage des Beckens? bei der pyrenäischen Orogenese? im jüngeren Tertiär?).
Betreuung: W. Franke
Sedimentationszyklen im Stefan-Becken von Graissessac Die klastische Füllung des Beckens zeigt typische Zyklen (Grobsandstein-Siltstein-Tonstein mit Kohleflözen). diese Zyklen entsprechen denen des Oberkarbons im Ruhrgebiet, die von eustatischen (glazialen) Meeresspiegelschwankungen kontrolliert sind. Im Ruhrgebiet gibt es sogar marine Horizonte. Vielleicht waren die Verhältnisse im Stefan der Montagne Noire ähnlich. Dazu sollen zunächst Ausschnitte der Schichtenfolge sedimentologisch genau aufgenommen werden. Gibt es marine Faunen im oberen Teil der Zyklen? Zur Ergänzung wird die mineralogische Zusammensetzung der Tonkomponente untersucht (Röntgendiffraktometer). Eine Analyse von Karbonat-Konkretionen (Röntgendiffraktometer) könnte ebnfalls Hinweise auf marinen Einfluss liefern. Insgesamt Stoff für 2-3 Bachelor-Arbeiten.
Betreuung: W. Franke (Sedimentologie) , R. Petschick (Tonmineralogie)
Anchimetamorphose im Stefan-Becken von Graissessac Die Beckenfüllung ist - wahrscheinlich durch späte Magmenintrusionen - diagenetisch bis anchimetamorph verändert worden. Durch eine Analyse der Reifung des organischen Materials (Vitrinit-Reflektivität) soll die metamorphe Zonierung kartiert werden. Je nach Größe des untersuchteten Ausschnittes gibt es Stoff für 1-2 Bachelor-Arbeiten.
Betreuung: S. Potel (Metamorphose), W. Franke (Geologie)
Anchimetamorphose in der Umgebung des Gneiskernes Es liegen schon recht umfangreiche Untersuchungen zur metamorphen Entwicklung des Gneisrahmens vor; es gibt aber auch noch "Löcher", die durch Bachelor-Arbeiten gefüllt werden können. Dazu werden in ausgewählten, kleinen Teilgebieten Proben entnommen und im Labor auf ihre Illit-Kristallinität untersucht.
Betreuung: S. Potel (Metamorphose), W. Franke (Geologie)
Karbonatsedimentologie von "Mounds" im Unterdevon Die "Mounds" sind als karbonatische Schlammhügel wahrscheinlich von Bakterien gebildet worden. Sie sind im Unterdevon der Montagne Noire weit verbreitet. Zu den typischen Merkmalen gehören "Stromatactis"-Strukturen - Calcitfüllungen ehemaliger Hohlräume im Sediment. Der Boden der Strukturen markiert die ehemalige Horizontale. Wo die Schichtung einen Winkel mit den Stromatactis-Böden bildet, lässt sich daraus direkt die Hangneigung an der Moundflanke ableiten. In einem Steinbruch un andgrenzenden Wegeprofilen ist ein solcher Mound sehr gut aufgeschlossen. Aufgabe der Bachelor-Arbeit ist die flächenhafte Erfassung der Hangneigung an der Moundflanke, also die Rekonstruktion der Morphologie. An einer 10 km entfernt gelegenen Bergflanke ist ein kleiner Mound aufgeschlossen (c. 50 x 100 m), der nach bisherigen Datierungen in das obere Mitteldevon oder tiefe Oberdevon gehört, also deutlich jünger ist als die übrigen Vorkommen des Gebietes. Dieser Nachläufer-Mound soll geologisch kartiert und durch einige Gesteinsanschliffe sedimentologisch charakterisiert werden. Mit 2-3 Conodontenproben (Bestimmung durch denBetreuer) soll auch das biostratigraphische Alter geklärt werden.
Betreuung: W. Franke
Kleinkartierung und Wegeprofil-Aufnahmen in Schlüsselgebieten "map it and you will see it": dieser Leitspruch gilt auch im Zeitalter der Massenspektrometer. Neu angelegte Forstraßen und gute natürliche Aufschlüsse warten auf Bachelor-Studierende mit Interesse an Geländearbeit - am Besten in einer Zweier- oder Dreier-Gruppe. Vor allem bietet sich die Erfassunge einer spät angelegten Satttelstruktur an, die zZt sehr gut aufgeschlossen ist.
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